PfD) John Grüniger und Adelheid Zimmermann

5 Zeichen von Heinz Misteli

PfD) John Grüniger und Adelheid Zimmermann

Werk: Treppe, Labyrinth, Tore (1998), im Besitz der Gemeinde Freienbach
Ort: Schulhaus Steg, Stegstrasse 21, 8808 Pfäffikon

 

Zu den Künstlern
John Grüniger:
1947 in Kriens geboren, aufgewachsen in Luzern, lebt in Zürich.

Nach Studien der Medizin und Molekularbiologie wechselt John Grüniger um 1971 zur bildenden Kunst über. Autodidaktische Ausbildung der Bildhauerei in Zürich und Querceta/Carrara. 1977 und 1978 Eidgenössisches Kunststipendium; 1975, 1979, und 1980 Kunststipendium des Kantons Zürich; 1977, 1978 und 1980 Kunststipendium der Stadt Zürich. Ab 1978 Beschäftigung mit Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum; zahlreiche Aufträge. Von 1980 bis 2012 als Dozent der Zürcher Hochschule der Künste tätig. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. In vielen Sammlungen vertreten.

Als ursprünglicher Steinbildhauer beschäftigt ihn heute nicht mehr die Vollplastizität, sondern vielmehr die Linie und die Fläche im Raum. Stahl und Aluminium sind neben der Farbe neu seine Arbeitsmaterialien. Im Versuchsfeld von Fläche und Linie ist in den letzten 50 Jahren ein Werk entstanden, das ein breites, vielfältiges Alphabet aufweist. Das gilt für die Plastiken und die Wandarbeiten wie für die raumbezogenen Installationen. Die ursprüngliche Schwere früherer Arbeiten ist einer spielerischen Leichtigkeit gewichen. Farbe und Linearität spielen hier eine wichtige Rolle. Die Farbe hat die Fähigkeit, das ursprüngliche Material zu entmaterialisieren, die Linie erzeugt eine Vielfalt von Erscheinungen, die unsere Wahrnehmung nicht zu erfassen vermag.

Adelheid Zimmermann: 

Adelheid Zimmermann (1956) wuchs in Sursee auf. Die Mutter war eine passionierte Gärtnerin, der Vater Naturwissenschaftler und Pädagoge. Von früh auf entfaltete sie in den Gärten der Eltern das Interesse und ihre Zuneigung zur Welt der Pflanzen.

Im künstlerischen Werk von Adelheid Zimmermann spiegelt sich die Schönheit von Wachstum und Verfall in der Natur. Ihre Bildserien durchweht eine latente Sehnsucht nach wilden, verlorenen Gärten. Heile Welten beschwört sie jedoch nicht herauf. In grossformatigen Kohle- und Tuschezeichnungen wird Wachsendes zu Wucherndem. Filigrane Bleistiftlinien entwickeln sich auf kleinen Papieren zu umfassenden Schöpfungen. Die Zeichnungen erweitert die Künstlerin in Bildschichten mit natürlichen Farbmitteln, Drucken und der Fotografie.

Adelheid Zimmermann besuchte von 1980-1983 die Kunstgewerbeschule in Zürich. An der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich schloss sie 2003 ihr Studium in visueller Kommunikation ab. Während 20 Jahre leitete sie den Fachbereich Kunst und Bild an der Pädagogischen Hochschule Schwyz. Adelheid Zimmermann ist Mitglied von Visarte Zürich. Kantonale Kunststipendien 1991/1997. Teilnahme an verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen. Werkankäufe der Kantone Schwyz und Zürich.

Die Künstlerin lebt und arbeitet in Zürich und Almens

Über das Werk
Der persönliche Ort im öffentlichen Raum

Das Schulhaus ist ein Ort der Gegenwart. Jede Gegenwart wird jedoch sofort durch die Fortbewegung in der Zeit, im Denken und im Raum zur Vergangenheit. Solche Bewegungen schaffen die Voraussetzung für Erfahrungen. Die Wahrnehmung dieser Erfahrungen bildet innere Bilder, die sich als Erinnerungen manifestieren. Erinnerungen basieren also nicht auf der übermittelten Kenntnis, sondern auf der persönlichen Wahrnehmung. Um innere Bilder zu schaffen und zu fördern, sind Erlebnisräume und -orte notwendig.

Die erfahrbare, lebendige Skulptur

Im vorgegebenen architektonischen Raum sind begehbare skulpturale Elemente eingebaut, die es ermöglichen, von der äusseren Bewegung zur inneren Bewegung zu gelangen. In diesen Skulpturen können Rhythmus, Farbe, Licht und Klang erlebt und als Erinnerung gespeichert werden.

Drei Orte der Erinnerung

Parallel zu den von der Architektur bestimmten Betonwänden stehen drei Stahl-Skulpturen, die TREPPE das LABYRINTH und die TORE. Die 7, 5- und die 3-teiligen, farbigen Arbeiten sind durch die gesetzten knappen Zwischenräume rhythmisch strukturiert und durch einen klaren formalen wie inhaltlichen Kontext miteinander verbunden. Jeder der drei Orte verfügt über eine Vielfalt von Aktivitäten- und Wahrnehmungsmöglichkeiten wie: beobachten, überblicken, sich zeigen, sich entziehen, sich verstecken, einander suchen, einander finden, einander verlieren, etwas in Bewegung setzen, eine Farbe auswählen, diese in ihrem Umfeld verändern, kombinieren.

Infos
Ebenfalls auf den Schulhausplatz befindet sich der Brunnen von Marie Birchler.

Brunnen von Marie Birchler

 

Diese Skulpturen sind Teil des Kulturweges der Gemeinde Freienbach.
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